13.9.26
BRAVO war für viele von uns aus dieser Zeit eine "Institution"
Wir Schweizer durften von der Freizügigkeite unserer Nachbarn profitieren.
| Ausgabe Nr. 22 aus dem Jahr 1964 |
Das Magazin Bravo begann 1995 mit den regelmäßigen Nacktportraits von Jugendlichen, bei denen sich Leserinnen und Leser im Rahmen von Aufklärungsserien nackt per Selbstauslöser fotografierten. Die Entwicklung bis hin zu den expliziten Nacktaufnahmen verlief über mehrere Jahrzehnte in Etappen:
1962: Die Bravo startet mit dem „Knigge für Verliebte“ erste, damals noch sehr verhaltene Aufklärungsserien.
1969: Die berühmte Rubrik „Dr. Sommer“ (gegründet von Martin Goldstein) wird ins Leben gerufen, wodurch Fragen zu Liebe, Sex und dem eigenen Körper offen und sachlich beantwortet werden.
1972: In den Foto-Love-Storys werden erstmals nackte Brüste gezeigt, was damals noch zu großen Diskussionen mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften führte.
1995: Die Redaktion führt den „Love & Sex Report“ ein (später bekannt unter Rubriken wie „Bodycheck“ oder „That’s me!“). Ab diesem Zeitpunkt schickten Jugendliche eigene Nacktfotos ein oder ließen sich im Studio fotografieren, um Gleichaltrigen einen ungeschönten Vergleich des eigenen Körpers abseits von Schönheitsidealen zu ermöglichen.
Wie sieht es heute aus?
Vom Auflagen-Hoch nach der Wiedervereinigung ist wenig übriggeblieben. Im Jahr 1991 wurden wöchentlich 1,58 Millionen Exemplare verkauft – heute sind es lediglich knapp 45.000 pro Monat. Die Bravo erscheint in ihrer gedruckten Form mittlerweile nur noch monatlich und versucht junge Menschen nun auch auf Instagram, TikTok und Co. zu erreichen.
Gibt es den Bodycheck auch heute noch im Magazin?
Nein
Hintergrund des Entscheides der Redation:
Einstellung: Die Rubrik mit nackten Jugendlichen und Selbstauslöser-Fotos wurde vor Jahren eingestellt.
Gründe: Rechtliche Vorgaben und Jugendschutzbestimmungen verbieten es, Minderjährige nackt abzulichten; zudem wollte man Nacktheit nicht weiter forcieren
Kommentar:
Viele lasen die Zeitschrift in der Schule, andere zu Hause, das Magazin versteckten sie aber vor den Eltern, denn die „Bravo“ war aus Sicht vieler Eltern nicht für Jugendliche geeignet. In der „Bravo“ gab es schließlich Aufklärung und Fragen rund um den eigenen Körper, Sex und Liebe, die junge Menschen brennend interessierten, in offener und direkter Sprache. Und es gab Dr. Sommer, seit 1995 die Rubrik „Love- & Sex-Report“, später umbenannt in „Bodycheck“ und in „That’s me“, die über einige Jahre hinweg junge nackte Menschen zeigte. Diese „Nackten“, als die sie bekannt waren, wurden unverblümt ausgeleuchtet und wenig erotisiert abgebildet.
„Die Idee war natürlich super“, sagt das Magazin dazu. „Jeder Jugendliche fragt sich: Bin ich normal, bin ich schön oder nicht?“ Also rief man dazu auf, sich freiwillig nackt (im Paar) abbilden zu lassen. Aus rechtlichen Gründen durften die jungen Menschen nur mit Fernauslöser knipsen. Bald schon wurde das eingestellt, denn man wollte Nacktheit für die junge Leserschaft nicht forcieren und darf Jugendliche unter 18 Jahren ohnehin nicht mehr nackt ablichten. Heute wird das Format im Rückblick oft kritisiert.
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| mit Fernauslöser durfte man sich damals noch nackt in einem Magazin zeigen |
Zu Beginn hiess die Rubrik: Love & Sex




































