Die einzige Plattform für Schweizer Nudisten, die gerne Nacktbaden/FKK betreiben und sich für nackte Aktivitäten und Infos in der Schweiz interessieren. Hier hat das Nacktsein auch ohne Zensur seinen Platz. Beste Übersicht im BLOG auf Laptop/Notebook/Desktop!
Gruppe auf Instagram: @nackte.schweiz
Offizielles FKK-Strandbad gleich nach der Schweizer Grenze. Im Sommer sehr beliebt und man sollte früh kommen, um noch einen Parkplatz zu erwischen.
Die Liegewiesen laden zum Verweilen ein, diese sind alle in die natürliche Landschaft eingebettet.
Auf insgesamt über 40.000 m² kannst du dich ungestört entspannen oder durch die bezaubernde Landschaft streifen. FKK-Baden, ein Buch lesen oder ein Nickerchen machen - das alles ist möglich auf der 22.000 m² Liegefläche.
Entschleunigung auf natürlichste Art. Erholung steht dabei an oberster Stelle: im FKK-Strand Hard gibt es viele Möglichkeiten die Freizeit zu genießen. Mehrere Bocciabahnen, Tischtennistische, ein Beachvolleyballplatz, Grillplätze (Holz wird zur Verfügung gestellt), ein Spielplatz für die Kleinen, ein gemütliches Restaurant und viel, viel Platz stehen für deinen Ausgleich zur Verfügung. Denn so macht Wellnessen Spaß: unkompliziert, inmitten der Natur und unter freiem Himmel.
Eintritt (Stand Juni 22): €6 pro Person für den ganzen Tag. Öffnungszeiten sind von 9 Uhr bis 20 Uhr.
Das Selbstbedienungsrestaurant kann nackt besucht werden (Sitzunterlage, Strandtuch mitbringen). Eine schöne Lounge mit Sicht über die Schilf-Landschaft ist vorhanden.
Umziehkabinen, WC und Duschen sind vorhanden. Es hat auch sehr viele Schliessfächer.
Die Anlage ist grosszügig gestaltet mit drei Liegeflächen, zwei davon haben Zugang zum Wasser. In einem der Schwimmkanälen ist auch ein Floss verankert, auf dem man sich bis spät Abends auch sonnen kann.
Das Restaurant ist Selbstbedienung, kann nackt besucht werden, Quelle: @swiss.nudist
https://www.instagram.com/swiss.nudist/
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Holz für Lagerfeuer
schöne grosse Liegewiese
abschliessbare Spinds
gemütliches Restaurant, kann nackt besucht werden
weitläufiges Gelände
Aussenbereich
Tischtennis kann nackt gespielt werden
Luftaufnahme des Geländes
25.6.25 Artikel im Blick
Was bisher nackte Realität war, soll nun amtlich werden: Die österreichische Stadt Bregenz am Bodensee plant einen offiziellen Nacktbadestrand. Ein Abschnitt am Mehrerauer Ufer gilt längst als Hotspot der Freikörperkultur, kurz FKK. Der Bereich ist kaum einsehbar, von Problemen war bisher nichts bekannt. Jetzt wollen die Behörden die FKK-Zone mit einer «Nacktbadeverordnung» legalisieren.
Doch das sorgt für Aufregung: Die Zone grenzt direkt an ein geschütztes Naturgebiet, in dem etwa das seltene Bodensee-Vergissmeinnicht blüht. Umweltschützer warnen vor einer übermässigen Beanspruchung – und fürchten sogar Nacktbade-Tourismus aus der Schweiz.
Baden nahe am Naturschutzgebiet
Denn im Nachbarland sei Nacktbaden «komplett verboten», heisst es zumindest bei der Umweltorganisation Alliance for Nature. Sie warnt: «Die Schweizer, die gerne nackt baden, würden dann nach Bregenz kommen. Und dann wäre das Gebiet sehr wohl belastet.»
Der Uferbereich solle so bleiben, wie er sei, sagte ihr Geschäftsführer Christian Schuhböck gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Die Umweltschützer fordern, keine Werbung für den Strand zu machen, und auf jede Infrastruktur zu verzichten.
Holzposten und Hinweisschilder sollen den Bereich vom Naturschutzgebiet abgrenzen. Aus Sicht der Umweltschützer muss verhindert werden, dass der Strand überrannt wird. «Wir sind aber nicht per se gegen die Nacktbadezone», betonen sie. Nacktbaden sei die natürlichste Art des Badens.
Schon heute zieht es FKK-Fans gerne nach Österreich. In Hard, dem Nachbarort von Bregenz, gibt es seit langem einen FKK-Bereich, für den man Eintritt zahlt. Schweizerinnen und Schweizer gehören hier zu den Stammgästen.
Wie streng sind Schweizer Regeln wirklich?
Wie ist die Situation hierzulande? Zwar gilt Nacktbaden am Schweizer Ufer des Bodensees als unüblich, eigentliche FKK-Hotspots sind keine bekannt. Aber das öffentliche Nacktsein – und damit auch das hüllenlose Schwimmen oder Sonnenbaden – ist nicht gleich «komplett verboten», wie von österreichischer Seite behauptet.
Sobald sich allerdings jemand daran stört, wird es kompliziert. Denn viele Kantone kennen den Tatbestand des «unanständigen Benehmens» – und manche haben etwa Nacktwandern explizit untersagt.
Und am Schweizer Bodenseeufer? Die Thurgauer Kantonspolizei stellt auf Blick-Nachfrage klar: «Grundsätzlich gibt es kein Verbot für das Nacktbaden respektive keine explizite Strafbestimmung für den Kanton Thurgau.»
Gemeinden oder Betreiber von Badis könnten jedoch eigene Regeln zum Nacktsein aufstellen. «Auf jeden Fall macht sich strafbar, wer aus sexuellem Motiv handelt», sagt Sprecher Robin Bernhardsgrütter. Zur Erklärung: Als Exhibitionist gilt jemand, der anderen gegen deren Willen aus sexuellem Antrieb seine Geschlechtsteile zeigt.
Die Kantonspolizei rücke bei entsprechenden Meldungen aus und kläre die Umstände ab. «Nicht zuletzt dürfte das ‹Wo›, ‹Wie› und ‹Wem gegenüber› massgebend sein», so der Sprecher weiter. Ob tatsächlich ein strafbares Verhalten vorliegt, entscheidet schliesslich die Staatsanwaltschaft – jeweils im Einzelfall.
Nun entscheiden Behörden definitiv
In der Schweiz ist die FKK-Kultur allgemein weniger verbreitet. Entsprechende Plätze sind meist inoffiziell und werden von den Behörden toleriert – oder liegen auf privatem Gelände. So findet sich etwa am Neuenburgersee ein Naturistenzentrum.
Ob der Bregenzer FKK-Strand tatsächlich offizialisiert wird, entscheiden die Behörden in diesen Tagen – nach Ablauf der Beschwerdefrist. Rechtlich gesehen handelt es sich um eine Ausnahme gemäss Sittenpolizeigesetz. Nach vertieften Abklärungen zeigen sich die Behörden überzeugt, dass die Nacktzone das Naturschutzgebiet «nicht erheblich beeinträchtigen» werde.
Nudisten gehören einer aussterbenden Gattung an. Das merkt auch der FKK-Verein in Nänikon – und geht ungewöhnliche Wege.
Der Verein hat rund 400 Mitglieder
«Das Geheimnis hinter dieser Mauer» steht auf einem Plakat, auf dem ein Plan des eingezäunten Geländes zu sehen ist. Der Verein Natur und Sport Zürich (Naspo) hat hier in Nänikon im Grossriet sein Gelände, auf dem alle Mitglieder sich nackt bewegen.
Am vergangenen Samstag lud der Verein zum Tag der offenen Tür. Von 10 bis 12 Uhr konnten alle Interessierten auch bekleidet das Gelände betreten und sich umsehen. Ab 12 Uhr mussten dann alle nackt übers Gelände wandeln.
«Wir haben zum ersten Mal eine Aktion gemacht, dass Interessierte zunächst angezogen hier einen Augenschein nehmen konnten. Früher mussten die Hüllen fallen, sobald man auf das Gelände gekommen ist», erklärt Naspo-Vorstandsmitglied Harry Rainer.
Das Naspo-Gelände verfügt auch über Volleyballfelder.
Um neue Mitglieder anzuwerben, habe man dafür entschieden, Interessierte auf diese Weise ans Thema heranzuführen.
Vor allem die Jugendlichen fehlten im Verein, in dem auch Familien mit ihren Kindern nackt vor Ort sind. «Es gibt eine gute soziale Kontrolle bei uns. Bevor wir jemanden definitiv an der Generalversammlung aufnehmen, kommen alle zuvor auf drei Besuchstagen vorbei. So lernt man sich kennen», betont Harry Rainer.
In den Statuten sei ganz klar festgehalten, dass der Austausch von Zärtlichkeiten nicht erlaubt sei, so Harry Rainer. Man habe nichts mit einem freizügigen FKK-Club oder Sauna-Swinger-Club zu tun, bei sich alles um Sex drehe. «Da gibt es immer noch die Gefahr von Verwechslungen», so Harry Rainer.
25 000 Quadratmeter grosses Vereinsgelände
«Wir nennen uns selber Nudisten oder Naturisten», sagt Rainer während der Tour über das rund
25 000 Quadratmeter grossen Gelände, das unter anderem über einen grossen Pool, zwei Volleyballfelder, Tischtennistische, Pétanque-Bahnen und Campingstellplätze verfügt.
Und was ist der Reiz am nackt sein hier? «Das ist die totale Freiheit für mich. Wenn ich mein Handy, die Brille, meine Uhr und meine Badehose ablege, verfliegt der Alltagsstress», schwärmt Harry Rainer, der im Verein für das Marketing und die Webseite zuständig ist.
Auf dem Vereinsgelände gibt es einen Pool.
Noch immer gebe es verschiedene Reaktionen zum Thema Nudisten. «Die einen finden es hässlich und unmoralisch, sich nackt zu zeigen. Für andere ist es die natürlichste Sache der Welt und die ganz persönliche Freiheit.»
Fredi Krause ist Naspo-Präsident.
Seit über zehn Jahren ist Fredi Krause Vereinspräsident. «Unter den Nackten spielt es keine Rolle, welche Position man im Beruf hat. Hier sind alle gleich. Dieses Gemeinschaftsgefühl gefällt mir», sagt Krause.
Rund 400 Mitglieder zählt der Verein Natur und Sport Zürich, der im vergangenen Jahr sein 90-Jahr-Jubiläum feiern konnte. In den 1970er- und 1980er-Jahren seien es fast doppelt so viele gewesen, weiss Harry Rainer.
Der hauseigene Saunaruheraum ist vor allem im Winter beliebt.
Für Einzelpersonen kostet eine Jahresmitgliedschaft 180 Franken, für Ehepaare 250 Franken. «Man erhält ein Badge und kann das Gelände das ganze Jahr zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzen. Wir haben beispielsweise auch einen Saunawagen mit Ruhewagen», erzählt Rainer.
Einst in Atlantikferien entdeckt
Am Ende des Besichtigungsrundganges erzählt noch eine 81-Jährige über ihre Erfahrung als Nudistin: «Ich habe das zum ersten Mal in den Ferien am Atlantik gesehen. Meine ersten Erfahrungen mit Freikörperkultur habe ich danach in der Schweiz in Neuenburg gesammelt. Seither mache ich das. Hier in Nänikon gefällt mir vor allem die Ruhe.»
Monika und Harry Rainer sind im Vorstand des Vereins Natur und Sport Zürich (Naspo).
Im Auensteiner «Chläb» sind mehrere Bauprojekte geplant. Der Präsident, Florian Wicki, von Heliosport Aargau erklärt, worum es genau geht.
Es tut sich was im Naturistengebiet «Chläb» oberhalb von Auenstein Aargau. Der Verein Heliosport Aargau, der dort seit 1951 einen FKK-Campingplatz betreibt, plant einen Ausbau. Ein entsprechendes Baugesuch liegt noch bis am 4. August öffentlich auf.
Vereinspräsident Toni Möckel erklärt auf Anfrage, beim Sanitärgebäude handle es sich um einen Ersatzneubau: «Das WC befand sich nun fast 26 Jahre in einem Materialcontainer und ist deshalb stark sanierungsbedürftig.» Anstelle des Containers plane man nun, ein neues Gebäude zu errichten, mit neuen WC-Anlagen, Duschen, einem Solarboiler und Brünneli für den Abwasch.
Nebst dem Ersatzneubau waren auch zwei neue Gebäude angedacht, so Möckel, eine Sauna und einen Velounterstand mit Ladeplätzen für E-Bikes. Die Sauna habe man derweil schon erstellt, erklärt der Vereinspräsident: «Wir haben mit der Gemeinde und dem Kanton eine Vereinbarung für die Spezialzone Chläb und können deshalb anstelle von Wohnwagenstandplätzen auch Blockhäuser gemäss den festgelegten Standardgrössen errichten.»
Das habe man nun auf einem ehemaligen Standplatz getan, darauf ist die Sauna entstanden. Man habe das Vorgehen bei einer Besichtigung mit der Gemeinde abgesprochen, fügt er an: «Eigentlich hätte es kein Norm-Baugesuchsverfahren für die Sauna benötigt – man hat uns aber geraten, wenn wir für die restlichen Gebäude sowieso ein Gesuch auflegen, da auch die Sauna zu inkludieren. Dann ist alles sauber bewilligt.»
Die Baukosten für alle drei Gebäude betragen ungefähr 65’000 Franken, so Möckel. Den grössten Anteil benötigt das Sanitärgebäude: «Die meisten Arbeiten können wir im Verein selbst erledigen.» Der Verein Heliosport Aargau – der kürzlich sein 75-Jahre-Jubiläum gefeiert hat – vereine nämlich die unterschiedlichsten Menschen aus allen möglichen Handwerkerbranchen. Möckel: «So kommt enorm viel Fachwissen und ehrenamtliches Engagement zusammen.»
19.5.2026
Auenstein
«Herumknutschen auf der Wiese wird nicht geduldet»: Auf Besuch in einem einzigartigen FKK-Paradies
Nur acht Orte gibt es in der Schweiz, an denen Anhänger der Freikörperkultur ungestört ihre Freizeit verbringen können. Das Naturistengelände Chläb ob Auenstein gehört dazu. Die Organisation, die es betreibt, feiert heuer ihr 75-Jahr-Jubiläum – und öffnet ihre Tore.
Zur Saisoneröffnung am 3. Mai war das Wetter prächtig.
Ein Paradies auf knapp 30'000 Quadratmetern auf einer verwunschenen Lichtung oberhalb von Auenstein am Jurasüdhang: Das ist das Zuhause des Vereins Hespa, kurz für Heliosport Aargau. Paradies? Man tummelt sich dort als Naturist nackt wie weiland Adam und Eva, und man geniesst Aussicht und Natur. Frische Luft und Orchideen; Ruhe mit Blick auf Mittelland und Alpen. Nichts tun, entschleunigen. Am Sonntag, 31. Mai, gibt es für Interessierte von 10 bis 17 Uhr Geländeführungen.
«Der Naturismus ist eine Lebensart in Harmonie mit der Natur. Sie kommt zum Ausdruck in der gemeinschaftlichen Nacktheit, verbunden mit Selbstachtung sowie Respektierung der Andersdenkenden und der Umwelt.» Das ist auf der Website der Schweizer Dachorganisation der Naturisten zu lesen. Und – das trifft auf den Campingplatz «Chläb» in Auenstein besonders zu: «Naturismus ist die unbefangene Art, Freizeit und Ferien in der Schweiz zu verbringen.» Unbefangen und unbehangen, mit Kleidern nämlich. Dafür trägt man stets ein Badetuch bei sich. «Wir setzen oder legen uns immer auf ein Tuch», sagt Vereinspräsident Toni Möckel. Respekt, Hygiene. Und man duzt sich, auch aus Diskretionsgründen. Wie Rita, eine Bernerin, die im Welschland lebt. Sie ist auf dem Sprung ins Schwimmbad, um ein paar Längen zu schwimmen. In der Schweiz gibt es acht solche Plätze und 14 Naturistenvereine, wo Nacktheit selbstverständlich ist: Man zeigt sich nicht nackt; man lebt nackt.
Toni Möckel ist Vereinspräsident.
Das macht auch Toni Möckel, wenn er nicht gerade einem Journalisten das Areal zeigt: «Nackt sein gehört zur DNA des Menschen.» Und zwar tut es der Gemeindeammann und Gärtnermeister aus Würenlos mit seiner Familie auch zu Hause: «Als Gärtner kann ich Vorkehrungen treffen, dass der Garten nicht einsichtig ist.» Freikörperkultur, die er als Kind erstmals in Dänemarkferien kennenlernte, hat auf dem «Chläb» nichts Anrüchiges. Voyeure und Exhibitionisten haben hier nichts verloren. Deshalb werden potenzielle Neumitglieder in Gesprächen «geprüft». Und die soziale Kontrolle spielt: «Herumknutschen auf der Wiese wird nicht geduldet.»
Vom «Chläb» aus hat man eine fantastische Aussicht bis in die Alpen.
«Der Campingplatz Chläb ist ein Dorf im Dorf», sagt Toni Möckel. Auch die «Bewohnerzahl» kommt hin, denn allein der Verein zählt 276 Mitglieder (ohne Kinder), dazu kommen die Gäste, die als Touristen anreisen. Besonders freut den Präsidenten, dass er an der letzten Generalversammlung 34 Neumitglieder, mehrheitlich jüngere, begrüssen durfte. 56 Prozent Männern stehen 44 Prozent Frauen gegenüber; die Altersspanne reicht von 29 bis 89 Jahren. «Den Durchschnitt schätze ich auf etwa 70», sagt der 63-jährige Präsident. Ein Dorf will unterhalten und gepflegt sein. Wer wüsste das besser als ein Gemeindeammann. So haben alle Mitglieder pro Jahr sechs Arbeitstage zu leisten. «Die meisten kommen öfter», sagt Möckel, und er weiss warum: Gemeinsame Arbeit verbindet. Es geht schliesslich um ihr «Dorf». Und die Arbeit fördere «den Gemeinschaftssinn gegen die Egoismuspflege».
Das Gelände verfügt über Anlagen für verschiedene Sportarten.
Der Verein kann auf die unterschiedlichen Fähigkeiten der Mitglieder zurückgreifen. Schliesslich sind die verschiedensten Berufe vertreten: Kaufleute, Chauffeure, Studenten, Lehrer, Pfarrer, Aussendienstler, Handwerker «vor allem aus der Baubranche». So hat der Verein das Areal in den letzten 75 Jahren weiterentwickelt. Es verfügt über eigenes Quellwasser, für dessen Fassung Fachleute aus dem Verein auch Leute ohne Vorkenntnisse zu neuen Erfahrungen verhalfen. Das Gelände wurde in Eigenregie terrassiert. «Akademiker brauchen manchmal auch gerne ihre Hände», sagt der Gärtnermeister. 30 Personen haben ihre Ressorts und Verantwortlichkeiten. So sorgt Peter unter anderem dafür, dass im Kühlschrank nie Ebbe herrscht und die Camper stets Gas kaufen können. Und Rita, die eben im 14 Grad kühlen Wasser («Herrlich wars!») ihren Erfrischungsschwumm gemacht hat, ist für die Hygiene in den sanitären Einrichtungen zuständig. Gras mähen, schweissen, Holzarbeiten, Blumenpflege, Sekretariat: In einem Dorf geht die Arbeit nicht aus.
Rita macht im «Chläb» gerne auch Home Office.
Da in Beinwil am See 1951 kein passendes Gelände gefunden wurde, bemühte sich der Verein, der damals noch «Liga für Lebensreform – Heliosport Seethal – Lenzburg» hiess, um das Gebiet «Chläb» unterhalb der Gisliflue. Hier gabs zu Beginn Probleme mit Durchfahrtsrechten, Einsprachen und Gaffern.
Nun steht der Campingplatz, dank der Gemeinde Auenstein, in einer rechtlich abgesicherten Zone. Toni Möckel ist dankbar für das Wohlwollen der Gemeinde. Immerhin kann das Dorf einen Ort vorweisen, der Naturisten aus ganz Europa anzieht. Das Angebot für Naturisten lässt sich sehen: drei Zweibettzimmer, zwölf Stellplätze für Gäste, 32 Schlafplätze in der Gruppenunterkunft. Und das zu sehr günstigen Konditionen: fünf Franken pro Nacht in der Gruppenunterkunft als Beispiel. Dazu kommen 60 stationäre Plätze (Wohnwagen oder Häuschen) für Vereinsmitglieder.
Begehrt sind die Pétanque-Bahnen.
Darüber hinaus kann man hier kochen, bräteln, Brot backen, saunieren. Es gibt einen Kinderspielplatz und natürlich Sportanlagen. Heliosport, also Sport an der Sonne. Und dies nackt, wie es bei den Griechen üblich war. Es gibt ein solarbeheiztes Schwimmbad, einen Beachvolley-Platz, einen Badmintonplatz, man kann Tischtennis spielen und Bogen schiessen. «Die vier Pétanque-Bahnen sind an schönen Wochenenden immer besetzt», sagt Toni Möckel. Wer will, kann hier auch arbeiten, Home Office im fixen Wohnwagen wie Rita, die für ein Unternehmen arbeitet, das für die Landwirtschaft biotechnologische Innovationen entwickelt. Mit Respekt vor der Umwelt. Passt zur Lebensphilosophie Naturismus.
In der Aargauer Zeitung vom 23.7.2022 aufgeschnappt. Ein Bericht über den Verein und ihre Themen rund um den Nudismus und die Entwicklung.
Freikörper-Campingplatz in Auenstein: Sie trotzen der Hitzewelle mit nackter Haut!
Was tun gegen heisse Temperaturen? Am besten alles ausziehen, finden Toni, Ulli und Daniel von «Heliosport Aargau». Nackt fühlen sie sich am wohlsten. Augenschein bei einem Verein, der manchmal strauchelt – trotz der übersexualisierten Gesellschaft unserer Zeit.
Noch trägt er Kleidung, Anton Möckel, der am Mittwochmorgen vor dem Volg aus seinem Auto steigt, zur Begrüssung die Hand reicht und sagt: «Ich bi dä Toni.» Wenn es über die Freikörperkultur-Szene etwas als Erstes zu lernen gibt, dann dies: Wer sich vor anderen freimacht, möchte dabei ungern gesiezt werden. An einem Südhang, oberhalb des 1600-Seelendorfs Auenstein nahe Rupperswil, betreibt der Verein Heliosport Aargau eine eigene Naturisten-Anlage mit Campingplatz. Hier sonnen sich die Mitglieder, oder sie lesen, spörteln, plaudern und spielen. Ohne Kleidung, versteht sich. «Wir zeigen uns nicht nackt», heisst es auf der Website, «wir leben nackt.» Gut abgeschirmt, freilich, wie sich weist, als wir nach kurzer Fahrt am Ende des staubigen Feldwegs stehen – vor einem Eingangstor, an dem mehrere Illustrationen die Naturisten-Zone andeuten. Jugendliche glaubten, auf dem Camping gehe es hemmungslos zur Sache. Für Menschen wie Toni endet beim Naturismus die gesellschaftlich normierte Schamzone, die Freiheit beginnt. Für die meisten dürfte es nach wie vor umgekehrt sein. Zumindest legen das die Zahlen nahe: 6000 Mitglieder sind schweizweit in Naturismus-Vereinen registriert, also bloss ein halbes Prozent der Bevölkerung. Weshalb?
Anton «Toni» Möckel, Präsident des Vereins Heliosport Aargau, praktiziert Naturismus seit Kindheitstagen und möchte es nicht missen.
Nie war es einfacher, an Bilder oder Videos mit nackten Körpern zu kommen, dazu reichen heute ein paar Klicks. Und nie war die Hemmschwelle tiefer, im Nebel des Internets Privates oder gar Intimes preiszugeben. Aber enthüllte Brüste, Hintern oder Penisse auf einem Campingplatz im Grünen? Das möchten sich die meisten lieber nicht zumuten. Viele Menschen würden Nacktheit unweigerlich mit Sexualität verknüpfen, erzählt Toni, inzwischen entkleidet, als wir auf der Terrasse unter einem der Sonnenschirme sitzen. Vielleicht, weil es ihnen so vorgelebt worden sei, «weil man die Eltern nie ohne Kleidung sah, ausser, wenn sie aus dem Schlafzimmer huschten.» Erst wenige Wochen ist es her, da musste er eine Gruppe Jugendlicher enttäuschen, die am Tag der offenen Türe vorbeikam, um endlich mal zu sehen, ob die Nackten auf ihrem FKK-Gelände sich tatsächlich ungehemmt lieben.
Blick von der Terrasse auf den Swimmingpool, das Herzstück der Anlage.
Auch würden Männer beim Probebesuch häufig die Befürchtung äussern, durch die Anblicke erregt zu werden. «Das ist bloss Kopfkino», sagt Toni, der zu bedenken gibt, Naturist werde man nicht von heute auf morgen. Er meint damit den Prozess, den es brauche, um dieses sexualisierte Muster zu durchbrechen. Um sich, mit etwas Überwindung, auch ohne Kleidung ganz natürlich und selbstsicher zu bewegen, was auch bedeute, seinen Körper so anzunehmen, wie er ist. Toni sagt: «Für uns hat jeder Mensch eine perfekte Figur.»
An diesem Morgen wirkt die Stimmung auf dem Campingplatz ruhig und unaufgeregt. Eine Frau hängt neben ihrem Wohnwagen Wäsche auf, eine andere pflückt Blumen. Auf der Terrasse kreuzt uns ein Männertrio. Toni fragt: «Händer guet zmörgelet?» Gegenüber der AZ hat er vor ein paar Jahren einmal gesagt: «Wir kennen uns alle nackt. Da schauen wir einmal hin. Und dann hat man alles gesehen». Ohne Kleidung verliere der Mensch äusserlich an Reiz, «man sieht ja alles.»
Aber ist es so einfach? Können Menschen ihre Kleider ablegen und mit dazu ihr Reizempfinden? Lässt sich Anziehungskraft steuern?
«Dieser Teil funktioniert überall gleich», sagt Toni, und meint damit die Liebe, die unter Vereinsmitgliedern eben auch entstehen kann, wenn es passt. Dreimal dürfe man raten, wo er seine Frau kennen gelernt habe.
Zum Thema Hormone sagt Toni noch Folgendes: Wer auf den Campingplatz komme, weil er oder sie glaube, hier könne man ungestört «geile Frauen und Männer anschauen», sei am falschen Ort. Tagesgäste müssen sich mit Vor- und Nachname registrieren, Neumitglieder werden in mehreren Gesprächen zu ihren Haltungen und Neigungen befragt. Nicht zuletzt, weil sich auch Kinder auf dem Areal aufhalten. Zu zwei langjährigen Campern habe er eines Tages sagen müssen: «Gib deinen Schlüssel ab, dort ist die Tür.» Wiederholt war anderen Mitgliedern anstössiges Verhalten aufgefallen. Bei Heliosport Aargau schauen sie sich bald einmal nicht mehr gegenseitig auf die Geschlechtsteile – auf die Finger aber schon.
Ulli verbringt den Sommer «im Paradies»
Im Clubhaus treffen wir Ulli. Die 82-jährige Deutsche sitzt auf einer Holzbank, unter ihrem Unterarm ist ein Appenzellerland-Puzzle in Entstehung. Postkarten-Romantik in Tischgrösse. Immer wieder «kribbelt es sie in den Fingern» aufs Neue, an manchen Tagen sucht sie bis zu 14 Stunden nach passenden Teilchen.
Inzwischen hat Ulli auf dem Campingplatz «Chläb» etwa 6000 solcher Puzzles gelöst. Kein Wunder: Sie ist ja auch schon lange dabei. Gegründet wurde Heliosport Aargau im Jahr 1951, sie trat 1963 bei – vor 59 Jahren. «Ich hab' schon viele Präsidenten durch», kommentiert sie die Vereinsentwicklung, «und zwei Schwimmbäder.»
Sauniert habe sie seit je her gerne, sagt Ulli. «Da war es zum Naturismus kein grosser Sprung.» Längst ist sie pensioniert und verbringt am liebsten den ganzen Sommer hier. Früher jedoch arbeitete sie noch in Süddeutschland als Telefonistin, kam nur fürs Wochenende in den Aargau, und immer, wenn sie am Freitagmittag die Arbeit niederlegen durfte, sagte sie sich: «So. Jetzt fahr ich in mein Paradies.»
Ulli schläft im Massenschlag unter dem Dach. Momentan bewohnt sie diesen Raum alleine. Der Grossteil ihres bescheidenen Gepäcks: Puzzles.
Immer angezogen – nie nackt
Ulli gehört unter den 270 Vereinsmitgliedern zu den langjährigsten. Die Älteste aber ist sie nicht. Die Spanne reiche von einjährig bis neunzig, sagt Toni. Gewachsen sei der Verein in den letzten Jahren indes kaum noch: Der Grossteil der Mitglieder ist zwischen 50 und 70 Jahre alt, die bestehende Zahl zu halten, sei Herausforderung genug. «Die demografische Entwicklung lässt grüssen.»
Heliosport Aargau sieht sich als Familienverein. Tatsächlich aber haben die meisten Mitglieder diese Phase längst hinter sich. Eltern mit Kindern gibt es auf dem Areal kaum, am Morgen des Besuchs ist eine Familie anzutreffen. Toni sagt, Kinder seien eigentlich nur vor Ort, wenn Mitglieder ihre Enkelinnen und Enkel mitbrächten.
Weshalb fehlt eine Generation?
Toni kann nur mutmassen: «Vielleicht finden die heutigen Eltern den Zugang zum Nacktsein nicht mehr so.» Ähnlich ging das manch einem Mitglied früher selbst, als die Freikörperkultur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam und sich erst noch etablieren musste. Toni erzählt von Mitgliedern, die ihre Eltern nie nackt sahen, bis diese im Alter gepflegt werden mussten.
Auch Naturisten von anderen Vereinen besuchen den Campingplatz «Chläb»
Bei den Pingpong-Tischen treffen wir Daniel. Der 57-Jährige aus dem Zürcher Unterland spielt mit zwei Kumpels, und als ihm ein Ballwechsel unerwartet entgleist und er sich wundert, zumal er diesen Punkt «schon fast im Sack» gehabt habe, entgegnet einer: «Wie das denn, ohne Hose?»
Daniel gehört eigentlich dem Verein Sonnenbad Rehwinkel in Oberglatt an. Weil er zudem Mitglied beim Schweizer Naturisten Verband (SNU) ist, der Dachorganisation, kann er schweizweit auch die Gelände der anderen Naturistenvereine besuchen. Von vierzehn besitzen acht eine eigene Anlage.
Daniel macht mit seiner Frau Ferien auf dem Campingplatz «Chläb».Die beiden haben auf dem Gelände einen Wohnwagen gemietet.
Nun haben er und seine Frau mit einem befreundeten Paar und zwei Kumpels eine Woche Ferien auf dem Campingplatz «Chläb» gebucht. Weil auf dem Gelände seines Stammvereins in Oberglatt kein Camping erlaubt ist, überlegt sich das Ehepaar nun, hier in Auenstein Mitglied zu werden und eine kleine Holz-Blockhütte zu kaufen.
Keine Kleidung zu tragen, setzt Daniel mit Freiheit gleich. «Für mich ist Nacktsein die natürlichste Lebensform.» Während er erzählt, naht langsam der Mittag, immer erbarmungsloser brennt die Sonne auf die Steinplatten. Ob wir in den Schatten stehen könnten, frage ich in die Runde, und Toni, der daneben steht, sagt «klar». Dabei hat er das Problem für sich längst erkannt: «Du häsch äfach z vill aa.» Vielleicht.