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19 Juni 2026

Nackt in der "Ufschötti" Luzern und seine Geschichte

19.6.26

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Versteckter FKK-Blüttler

Nackt im Luzerner Dschungel baden – so wild ist die Ufschötti

Beitrag von Zentralplus: Isabelle Dahinden, Redaktion, 26.5.25

Hüllenlose Sonnenanbeterinnen und Nacktbader haben in Luzern längst ihr Revier – versteckt hinter dichtem Grün. Doch nicht alle freuen sich über das Freikörperparadies, wie ein Blick zurück zeigt.


Bei gehisster Fahne wird der Strand überwacht» – «Besonders die geilen Oben-Ohne-Miezen»: Aufnahme aus dem Jahr 1991. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Im hintersten Teil der Luzerner Ufschötti wird schon seit Jahrzehnten blankgezogen. Seit es die Ufschötti gibt vermutlich. Diese ist zwischen 1970 bis 1976 entstanden. Ufschötti heisst das Naherholungsgebiet, weil es tatsächlich eine Aufschüttung ist. Als ein Tunnel durch den Sonnenberg gebohrt wurde, schüttete man das Aushubmaterial auf.

Die Ufschötti wird gebaut: So sah es im Jahr 1976 aus. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)


In der Ufschötti tummeln sich im Sommer Tausende (zentralplus berichtete). Badetuch an Badetuch liegen sie – auch nackig. Jedenfalls im hinteren Teil, am östlichen Ende der Halbinsel.

Die Luzerner Ufschötti: Im Rechteck wird nackt gebadet, bei der viel grösseren Badefläche beim Pfeil üblicherweise eher mit Bikini und Badehose. (Bild: Google Maps)


Blickt man vom Sandstrand der Ufschötti zum FKK-Bereich, sieht man von den Nackedeis aber nichts. Denn der Dschungel davor – dichte Büsche und hohe Bäume – sorgt dafür, dass die Blüttler verdeckt bleiben.


Die «Oase des Nacktbadens»

Schnell mauserte sich die mit Büschen überwachsene Anlage zu einer «Oase des Nacktbadens». So jedenfalls schreibt es die SDA, die nationale Nachrichtenagentur, am 8. August 1983.

«Die Nackten bekleideten sich nicht; stattdessen formierte sich schnell eine Gruppe von etwa 30 Personen um die Uniformierten, welche die beiden belachte und ausbuhte.»


Bereits in den Jahren zuvor sorgten die Anhänger der Freikörperkultur für Schlagzeilen. Beispielsweise sollen im August 1980 zwei Securitas-Wächter die Ufschötti abgeklappert haben. Gleich mehrere Menschen hätten sich da nahtlos gebräunt. Als sie von den Wächtern gebeten wurden, sich zu bekleiden, lief die Sache aus dem Ruder, schreibt die «LNN». «Die Nackten bekleideten sich nicht; stattdessen formierte sich schnell eine Gruppe von etwa 30 Personen um die Uniformierten, welche die beiden belachte und ausbuhte.» Dies hatte zur Folge, dass die Wächter «unverrichteter Dinge wieder abzogen».


Die Unzucht

War es denn verboten, nackt zu sein? Die Securitas-Wächter zumindest hätten aus einem «persönlichen Sittlichkeitsempfinden» heraus gehandelt. Doch Nacktbaderinnen konnten durchaus zu einer Busse verdonnert werden. Das erklärte der damalige Amtsstatthalter gegenüber der «LNN». Nackig zu sein in der Ufschötti, das falle nämlich unter Artikel 203 des Strafgesetzbuches – «Wer öffentlich eine unzüchtige Handlung begeht …»


«Die Gaffer gehen mir ziemlich auf die Nerven, aber ich muss mich wohl damit abfinden, ich habe sonst keine Möglichkeit, mich nackt zu sonnen.»

Beging jemand eine «unzüchtige Handlung», so musste der Amtsstatthalter alle Umstände abwägen – wie Motivation und Vorleben – und ein Urteil fällen. Wie viel gebüsste Nacktbaderinnen hinblättern müssen, konnte er nicht sagen. Es gab nämlich noch gar keinen solchen Fall, trotz der vielen Blüttler. «Das müsste genau untersucht werden.»

Zeitungsbericht der «LNN» vom 5. August 1980. (Bild: Luzerner Neuste Nachrichten (LNN))


In Luzern schien es FKK-Anhängerinnen gelungen zu sein, ohne grosses Aufsehen einen Platz zu finden. Anders als ihren bernischen Gesinnungsgenossen. Denn in Bern sorgten Nacktbadende gar für politischen Zündstoff. So sammelte ein besorgter Grossrat 15'000 Unterschriften für seine Initiative «Gegen die Verwilderung der Badesitten». Auch in Zürich hatte der Wunsch, nackt zu baden, einen schweren Stand. So wurden einige Blüttler vorübergehend von der Polizei festgenommen. Sie wurden fotografiert, eingehend befragt – und mussten Fingerabdrücke abgeben, wie die SDA 1983 berichtete. Der Polizeichef sagte jedoch im Nachgang, dass man mit den Fingerabdrücken zu weit gegangen sei. Die Nacktbaderinnen mussten dennoch mit einer Verzeigung wegen «öffentlich unzüchtiger Handlung» rechnen.

Die Gaffer

Hüllenlose Luzerner – das lockte auch viele Gaffer an. Die Nackten waren klar in der Unterzahl, die Zuschauer in der Überzahl. «Ich bade hier nackt, seitdem es die Aufschütte gibt, und seitdem habe ich auch Zuschauer», lässt sich eine Blondine in der «LNN» vom 1. August 1981 zitieren. «Wegen der Gaffer lasse ich mir mein Vergnügen nicht vergällen, ich bade so, wie es mir am meisten Spass macht. Sollte das jemanden nicht passen, kann er sich ja weiter unten in den schönen, grünen Rasen legen, dort gibt es keine Nackten.» Ihre Kollegin ergänzte: «Die Gaffer gehen mir ziemlich auf die Nerven, aber ich muss mich wohl damit abfinden, ich habe sonst keine Möglichkeit, mich nackt zu sonnen.»


Die Polizei ihrerseits hatte offiziell nichts gegen das Nacktbaden. Nur sollten die FKK-Anhänger das in einem klar definierten Rahmen in der Ufschötti tun. Nämlich «innerhalb der eingebürgerten Grenze, erkennbar am Übergang vom gepflegten grünen Rasen in ungemähtes, grünes Gras.» So hielt es die Polizei in einem Bericht in der «LNN» vom 1. August 1981 fest.


Die Polizei schritt von Amtes wegen nicht ein. Solange die Badenden nur im hinteren Teil der Ufschötti ihre Kleider ablegten. Und solange sie keine Anzeigen erhielten. Anders war es an Orten, die von Passantinnen genutzt wurden und in Badis: Zu jenem Zeitpunkt war die Polizei von Amtes wegen gezwungen, einzuschreiten.

Die einen badeten in Bikini und knapper Hose, andere in Jeans und Bluse: Aufgenommen im Jahr 1979 bei der Luzerner Ufschötti. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Die Nacktbadegegner

Die Polizei war tolerant. Das zeigt auch ein Tipp des damaligen Kommandanten der Luzerner Polizei. Schliesslich ist die Ufschötti gross genug für alle. An Nacktbadegegnerinnen gerichtet, sagte der Kommandant: «Sie haben ein Vielfaches an Platz im westlichen Teil der Aufschütte. Und falls es doch einmal einen Nacktbadegegner aus Versehen zu den Nackten verschlagen sollte, so kann er ja immer noch wegsehen.»

26.1.25

Zu Besuch an der Ufschötti in Luzern. Dies im Rahmen eines Kältetrainings.

Um 9 Uhr jogge ich in Richtung Ufschötti hinter dem Hafenbecken. Ist eine bekannter Strand und Nackte sind da auch ab und zu anzutreffen. Zwar schleicht da einer im Wäldchen umher und sieht eher nach einem Cruiser aus. Lasse mich nicht beirren. See hat 5°C und Ufer ist etwas schlammig, versinke zuerst sehr stark. Aber finde dann einen guten Spot.


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Nackt in der "Ufschötti" Luzern und seine Geschichte

19.6.26 Link zum Artikel Versteckter FKK-Blüttler Nackt im Luzerner Dschungel baden – so wild ist die Ufschötti Beitrag von Zentralplus: Isa...

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