27.5.26
Link zur Webseite des Sonnenbad: Hinweis zum FKK im Sonnenbad
Das Sonnenbad St. Margarethen an der Friedhofstrasse 9 in Binningen ist in den Sommermonaten jeweils von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Die Saison dauert von Mitte April bis Ende September, der Einzeleintritt für Erwachsene kostet 7.20 Franken.
Diese Bilder zeigen über 100 Jahre «sünnele» in Binningen
| gut sichtbar die Aufteilung in verschiedene Bereiche |
Luft- und Sonnenbäder sollten um 1900 fitter und gesünder machen. Wie das damals ablief, zeigen historische Fotos aus dem Sonnenbad St. Margarethen.
| Im Takt – mit sogenannten Leibesübungen hielten sich auf dem Margarethenhügel schon die Kinder fit. |
Sich mehr oder weniger nackt ausziehen und dann in die Sonne legen. Vor mehr als 100 Jahren sollten sogenannte Sonnen- und Luftbäder die Gesundheit der Baslerinnen und Basler verbessern. Und um die war es schlecht bestellt. Die Industrialisierung hatte die Menschen zum Ende des 19. Jahrhunderts scharenweise nach Basel geführt, wo sie dicht gedrängt unter prekären hygienischen Bedingungen lebten.
Engagierte Gesundheitsexperten ersannen deshalb Methoden, wie man die Volksgesundheit verbessern könnte. Federführend waren dabei unter anderem Mediziner wie der Schweizer Arzt Maximilian Bircher, der im Rahmen seiner Ernährungslehre unter anderem das heute weltweit bekannte Birchermüesli erfand.
Neben einer guten Ernährung setzte man damals aber auch auf Kneipp-Techniken, Bewegung sowie frische Luft und Sonnenstrahlen. Auch die damals entstandene «Freikörperkultur», besser bekannt als FKK, gehörte zu dieser Gesundheitsbewegung. Auch im Sonnenbad Binningen kann man sich seit über 100 Jahren in nach Geschlecht getrennten Abteilungen nackt in die Sonne legen.
| Das frühere Tor zum Sonnenbad: Damals wurde streng nach Geschlecht getrennt. |
Möglich machte das der 1899 gegründete Naturheilverein Basel, später umbenannt in «Verein zur Hebung der Volksgesundheit Basel» und heute bekannt als Verein Sonnenbad Vitaswiss Basel-Binningen. Der Verein organisierte unter anderem Hygienekurse, Waschungen, Bewegungsangebote und Ernährungsempfehlungen.
| Und so sieht das 1917 erbaute und bis heute erhaltene Tor zur Anlage aus. |
Nur vier Jahre nach der Gründung konnten die Verantwortlichen dank der Unterstützung der basel-städtischen Regierung mit dem «Luft-, Licht- und Sonnenbad» auf dem Margarethenhügel die erste derartige Institution der Schweiz eröffnen. Das damals rund 4500 Quadratmeter grosse Gelände hatte man von der Stadt Basel gepachtet.
| Die «Leibesübungen» erinnern sehr an heutige Trendsportarten mit dem eigenen Körpergewicht. |
Das Areal wuchs rasch auf 12’000 Quadratmeter, ein Café wurde eröffnet, und es kamen Schrebergärten hinzu, die der gesunden Ernährung dienen sollten. 1905 entstand zusätzlich die Abteilung für «systematische Leibesübungen und Freilichtübungen», wo man in Gruppen oder allein Sport treiben konnte.
| Ob jung oder alt – im Sonnenbad war man vor 100 Jahren noch nach Geschlecht getrennt. |
Bis das Sonnenbad dann tatsächlich ein Bad mit Pool werden sollte, wie man es heute kennt, dauerte es rund 30 Jahre. Die heutige Anlage mit drei Schwimmbecken ist aber erst in den 60er-Jahren gebaut worden.
| Das erste Café im Sonnenbad. |
In den nächsten Jahren steht nun eine weitere Neuerung an. Weil die Anlage saniert werden muss, sucht der Verein nach Geldgebern. Die Idee: Aus dem Sonnenbad soll ein Naturbad werden mit grösseren und durch Pflanzen statt Chlor gereinigten Schwimmbecken.
| Das erste Schwimmbecken auf dem Margarethenhügel wurde 1935 gebaut. |
Aber bevor es so weit ist, feiert der Verein erst sein 125-jähriges Bestehen und lädt am Samstag und Sonntag auf den Margarethenhügel ein. Das Programm im Sonnenbad startet um 9 Uhr, angeboten werden unter anderem Aquagymnastik, Yoga, Massagen, ein offener Grill und ein betreutes Vergnügungsangebot für Kinder. Am Abend legt bis 22 Uhr ein DJ auf.
| Die Zukunftsvision für das Sonnenbädli: Grosse Schwimmbecken, deren Wasser natürlich gereinigt wird. |
Beitrag der Basler Zeitung: FKK in Binningen

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